Geschichte des Piz Badile

Der Pizzo Badile (3.308 m s.l.m.) ist der bekannteste Berg des Bergells, im Süden des Kantons Graubünden.

Lage
Über dem Gipfel des Piz Badile ("Piz" heisst "Gipfel","Badile" heißt "Schaufel") verläuft die Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Er ist 3308 m ü. M. hoch und erhebt sich zwischen dem Val Bondasca im Norden, einem zum Bergell gehörigen Seitental, sowie dem Val Masino im Süden, welches direkt zur Adda entwässert.
Der Piz Badile ist der dominierende Gipfel der stark zerklüfteten Bondascagruppe, allerdings wird er vom rund 1 km östlich gelegenen Piz Cengalo (3369 m ü. M.) um 64 m überragt. Die berühmte Nordkante des Piz Badile erhebt sich zwischen zwei zerrissenen Gletschern, dem Vadrec da la Trubinasca im Westen und dem Vadrec dal Cengal im Osten (Vadrec ist der Bergeller Name für Gletscher). Besonders imponierend sind die Plattenfluchten der über 700 Höhenmeter abfallenden Nordostwand. Sie sind es, die dem Piz Badile durch ihre trichterförmige Anordnung die Form einer Schaufel gegeben haben und den Berg so zu seinem Namen kommen liessen.
Geologie
Der Berg besteht, wie die gesamten Bergeller Alpen, aus dem sogenannten Bergeller Granit. Einem Granit mit auffällig grossen Kalifeldspatkristallen (petrographisch korrekt ist der Bergeller Granit ein Granodiorit). Flüssiges Magma drang im Tertiär, vor etwa 30 Millionen Jahren in rund 20 km Tiefe in die Penninischen Decken ein. Durch Hebungsvorgänge entlang der Insubrischen Linie, einer tertiären Bruchzone in den südlichen Alpen, gelangte der Bergeller Granit rasch an die Oberfläche.
Routen und Besteigungen Zusammen mit seinen Nachbargipfeln gehört der Piz Badile zu den berühmtesten Kletterbergen der Alpen. Der Normalweg führt von Süden, von der italienischen Gianettihütte im obersten Val Masino zum Gipfel (II). Erstmals bestiegen wurde der Piz Badile 1867 über die Südflanke von W. A. B. Coolidge mit seinen Begleitern F. und H. Dévouassoud.
Ausgangspunkt für eine Bergbesteigung von Norden, von der Schweizer Seite her ist die Sasc Furä-Hütte (1904 m ü. M.),eine Hütte des Schweizer Alpen-Clubs, die vom Bergell über die Val Bondasca erreicht werden kann. Direkt über der Hütte zieht die Nordkante (IV, eine Stelle V-) messerscharf und direkt zum Gipfel. Die Nordkante, auch einfach Badile-Kante genannt, ist sicher eine der schönsten und beliebtesten Kantenführen in den Alpen mit einer Kantenlänge von über 1.200 m. Sie wurde am 4. August 1923 von Alfred Zürcher und seinem Führer Walter Risch erstbegangen.
Die Route durch die Nordostwand (Via Cassin, V+/A0 oder VI+) wurde im August 1937 von Riccardo Cassin gemeinsam mit V. Ratti, G. Esposito, Mario Molteni, und Giuseppe Valsecchi in einem dreitägigen Kampf im Wettersturz bezwungen. Molteni und Valsecchi starben beim Abstieg über die Südflanke an Erschöpfung.


Quelle:
http://www.bregaglia.ch/de/?option=com_content&view=article&id=269