Der Berg bröckelt

 

Permafrost – auch Dauerfrostboden – bedeutet, dass der Boden das ganze Jahr hindurch gefroren ist. Definitionsgemäss ist Permafrost „Boden, Sediment oder Gestein, welches in unterschiedlicher Mächtigkeit und Tiefe unter der Erdoberfläche mindestens zwei Jahre ununterbrochen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aufweist“. 
(Lexikon der Geowissenschaften. 2. 2000, S. 326)

Permafrostböden kommen in den Alpen auf rund 6% der alpinen Fläche vor, meist oberhalb 2400 m ü. M. Darin ist das gespeicherte Wasser zu Permafrosteis gefroren. Dieses fungiert gleichsam als “Kleber”, d.h. es ist ein stabilisierender Faktor in Hängen und Felswänden im Gebirge. Da die Sommer wärmemässig immer extremer und die Winter immer kürzer werden, steigen diese Bodentemperaturen und sind mittlerweile so hoch wie nie. Im Hochgebirge taut deshalb der Boden. Weil vermehrt Regen fällt statt Schnee, sickert Wasser in Felsklüfte, der Druck im Berginnern steigt, der Fels wird instabil – und kann abbrechen. Permafrost ist allerdings nicht direkt sichtbar. Anzeichen u.a. sind wulstartige geformte Schuttmassen.

Siehe auch:
https://naturwissenschaften.ch/service/publications/82854-schnee-gletscher-und-permafrost

http://www.wsl.ch/fe/schnee/index_DE


Quelle: http://www.raonline.ch/pages/edu/cli/perma02a3.html

Dossier zu Permafrost
https://www.blick.ch/storytelling/2017/permafrost/index.html

Vlies-Abdeckung des Gurschengletschers am Gemststock ob Andermatt

Im Jahre 2005 wurde der Gurschengletscher am Gemsstock (2961 m m ü.M.) zum ersten Mal in der Schweiz im Sommer mit einem Vlies bedeckt, um den Rückgang des Gletschers zu stoppen. Acht Jahre später zeigt sich: Der Gletscher wächst wieder und zwar 1,5 Meter pro Jahr.
Die Maßnahme war erfolgreich und wurde in den folgenden Jahren wiederholt und ist auch nach Ansicht des SAC ökologisch sinnvoll. Allerdings dient diese Maßnahme nicht dem Schutz des eigentlichen Gletschers – wie das in den Medien häufig dargestellt wurde –, sondern vermindert den Aufwand zur Wiederherstellung dieser Rampe im Frühwinter bei Wiedereröffnung des Skigebiets.

Foto:  Gemsstock 2961 m ü:M. mit vliesbdeckter Abfahrtsschneise 

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Quelle: https://www.srf.ch/sendungen/regionaljournal-zentralschweiz/der-gletscher-in-andermatt-waechst-dank-der-folie-wieder

«Die Schneefallgrenze  ist bei uns in den letzten 15 Jahren um 1000 Meter gestiegen», sagt der Pistenchef Carlo Danioth. Früher lag sie im Sommer und Herbst  auf 2500, heute bereits auf 3500 Metern. «Stattdessen regnet es bis weit oben, und das beschleunigt die Eisschmelze.»
Die Gletscherspalten werden breiter, er muss sie mit Schnee auffüllen, damit sie kein Risiko für Skifahrer darstellen. «Pro Jahr verlieren wir einen bis eineinhalb Meter Gletschereis. Ohne Vlies wären es noch mehr.»

Quelle: 
https://www.blick.ch/news/ausland/andermatter-pisten-chef-zum-21-un-klimagipfel-diesen-kampf-koennen-wir-nicht-gewinnen-id4406213.html

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Im Mai wird der Gurschengletscher in Handarbeit abgedeckt. «So schützen wir den Schnee vor der UV-Einstrahlung», sagt der Pistenchef Danioth. Das Vlies muss am Felsen gut fixiert und beschwert werden, damit es Stürmen standhält.