UNSPUNNENFEST

Das Unspunnenfest ist ein Schweizer Alphirtenfest, welches zum ersten Mal während der sog. Mediationszeit im Jahre 1805 bei der Burg Unspunnen bei Interlaken (BE) durchgeführt wurde.
Bereits bei dem ersten Unspunnenfest von 1805 wurde ein Wettbewerb im Steinstossen ausgetragen. Dabei wurde ein Stein mit einem Gewicht von 184 Pfund gestossen. Seit 1905 wird ein 83,5 Kilogramm schwerer Stein verwendet, der Unspunnenstein  genannt wird. Die bisherige weiteste Wurfdistanz beträgt 3.89 m.
Nach 2011 findet das Unspunnenfest erstmals wieder am 26. August 2017 statt.

Das erste Unspunnenfest war ein Versuch, Unruhen und Aufstände in der Berner Landbevölkerung zu verhindern. Mit einem ländlichen Fest wollten vier Stadtberner die stark geschädigten Volksbräuche wiederbeleben. Am 17. August 1805 fand erstmals das Alphirtenfest mit Umzug und Wettbewerben in Gesang, Schiessen, Schwingen, Steinstossen und Alphornblasen auf dem Bödeli in Interlaken statt.

Historischer Hintergrund

Zwischen 1798 und 1803 bildete das Berner Oberland einen eigenen Kanton. Stadt und Land warenerstmals einander gleichgestellt. Als Napoleon der Schweiz 1803 eine neue Verfassung aufdrängte, wurde das Oberland wieder mit dem alten Kantonsteil vereinigt. Die bisherigen politischen Rechte wurden wieder aufgehoben. Dadurch entstand insbesondere auf dem Bödeli Unmut.
Obschon Bern Unruhen fürchtete und entsprechende Vorsichtsmassnahmen traf, verlief das eintägige Fest mit Wettstreit und Prämierung friedlich. Das Unspunnen galt als Grosserfolg. Dennoch liess die nächste Durchführung drei Jahre auf sich warten. Nur wenige Jahre nach dem zweiten Unspunnenfest brachen wieder Unruhen aus. Diese hatten zur Folge, dass das Alphirtenfest erst knapp hundert Jahre später wieder aufgenommen wurde, nämlich 1905.

Initialzündung für den Tourismus

Heute gelten die beiden ersten Feste als Startschuss des modernen Tourismus im Berner Oberland. Die vielen Gäste mussten verpflegt und beherbergt werden. Die einheimische Bevölkerung merkte, dass man damit gut Geld verdienen kann. Die Werbung vor den Festen in ganz Europa und auch die ausführliche Berichterstattung war so gut, dass noch Jahrzehnte später Besucher ins Oberland kamen. Bald wurden die ersten Pensionen gegründet und um 1850 entstanden die berühmten Hotelbauten an der Höhematte.
Damit brachten die ersten Unspunnenfeste den Tourismus erstmals richtig in Schwung. Mit den beiden Weltkriegen fand dies jedoch wieder ein jähes Ende. Und obwohl sich in den Jahren 1925 und 1926 Hoteliers und Wirte um eine Wiederholung des Unspunnenfests bemühten, fand die nächste Durchführung erst wieder 1946 statt – immer noch überschattet von den Kriegsjahren.

Sanfte Modernisierung

Neue Lieder, neuzeitliche Inszenierungen und künstlerische Interpretationen waren beim Unspunnen von 1955 und 1968 gefragt. Weitere im Jahr Durchführungen brachten die Jahre 1981 und 1993. Das Unspunnenfest wurde ein mediales Grossereignis. 2005 hätte der 200. Geburtstag des Fests würdig gefeiert werden sollen. Wegen der verheerenden Hochwasser in vielen Teilen des Landes musste es aber um ein Jahr verschoben werden. Es fand deshalb im Jahre 2006 statt und zum letzten Mal im Jahre 2011.

Am Samstag 26. August 2017 findet die Eröffnungsfeier statt und am Sonntag, 3. September 2017 wird das Trachten- und Alphirtenfest mit dem legendären Festumzug der 26 Kantone beendet. 

Quelle:
https://www.srf.ch/radio-srf-musikwelle/unspunnen-2017/die-geschichte-der-alphirtenfeste

VIDEO:
Aus Sportpanorama SRF vom 20.08.2017
https://www.srf.ch/radio-srf-musikwelle/unspunnen-2017/die-geschichte-der-alphirtenfeste

Unspunnenfest 2006